Information für Therapeuten

Im Herbst 2019 erscheint bei Springer Medizin unser erstes Buch über das Myofasziale Organ. Es richtet sich an Mediziner und beschreibt Physiologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Behandlung myofazialer Syndrome.  Es herrschen über viele Erkrankungen völlig abwegige Vorstellungen der Genese. Beispielsweise ist Schwindel ist zu 95% der Fälle einer Störung des Myofaszialen Organs geschuldet und rührt selten von einem Hypertonus, Durchblutungsstörungen oder Entzündungen her. Genauso verhält es sich mit zahlreichen anderen Störungen. Viele der derzeitigen Behandlungsansätze am Myofaszialen Organ halte ich für zu mechanistisch. In meiner täglichen Praxis hat sich eine neurologisch- funktionelle Sichtweise besser bewährt. Provokant würde ich sagen, alles ist gesteuert.

R. Eichinger

Hier eine Liste typischer Erkrankungen und Symptome, die ihre Ursache meist in Myogelosen und Blockaden haben:

  • Spannungskopfschmerzen
  • Migräne/ Fibromyalgie(??)
  • Sehstörungen, vor allem Mouches voilantes
  • Vertigo
  • Tinnitus
  • Hörstürze
  • Dysphagien, Kloßgefühl
  • Insertionstendopathien (Tennisellbogen)
  • Arthralgien teilweise mit Reizergüssen
  • Muskelschmerzen
  • thorakale Sensationen mit den Symptomen eines Infarktes
  • Oberbauchdruckgefühle oft mit Nausea
  • Leistenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • schmerzhafte Bewegungseinschränkungen
  • Tendovaginitiden

Hier noch ein paar Daten aus meiner allgemeinmedizinischen Praxis. Gezeigt wird die Verteilung der myogelose- auslösenden Störungen bei Frauen, Männern und Kindern. Das Myofasziale Organ ist immer in alle Störungen eingebunden. Es ist deshalb nicht hilfreich ständig zu deblockieren. Treten Blockaden immer wieder auf, steckt eine auslösende Ursache hinter dem Geschehen, die aufgedeckt und behandelt gehört. Die Komplexität der Vorgänge macht eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Physiotherapeuten unabdingbar.

Ursachen bei Männern (20- 60J, n= 500), Angaben in % der Fälle

Ursachen bei Kindern (5-14J, n=100), Angaben in % der Fälle

Ursachen bei Frauen (20-60J, n=500), Angaben in % der Fälle